Training beginnt vor der Haustüre

photocredits: Jasmin Ziegler

Dein Alltag hat keinen Hundeplatz

Ich werde oft gefragt, warum ich ausschließlich Einzelcoachings anbiete und keine klassischen Gruppenstunden auf dem Hundeplatz. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Weil dein Alltag keinen Hundeplatz hat!

Versteh mich nicht falsch – Gruppentraining kann großartig sein. Es bietet kontrollierte Bedingungen, soziale Kontakte und die Möglichkeit, bestimmte Übungen gemeinsam zu trainieren. Für viele Mensch-Hund-Teams ist das eine wertvolle Erfahrung. Aber die Herausforderungen, mit denen meine Kundinnen und Kunden zu mir kommen, passieren meistens woanders.

Der Hund zieht nicht auf dem Hundeplatz an der Leine, sondern auf dem Weg zum Bäcker. Er pöbelt nicht zwischen Hütchen und Pylonen, sondern an der engen Ecke im Wohngebiet. Er springt Besuch an der eigenen Haustür an, reagiert auf Jogger im Wald oder verliert auf dem Lieblingsspaziergang komplett den Fokus. Genau deshalb trainiere ich dort, wo das Leben stattfindet.

Maßgeschneidert statt nach Stundenplan

Jedes Mensch-Hund-Team bringt seine eigene Geschichte mit: andere Erfahrungen, andere Routinen, andere Herausforderungen. Im Einzelcoaching muss sich niemand an das Tempo einer Gruppe anpassen oder Übungen machen, die gerade gar nicht relevant sind.

Wir schauen uns genau die Situationen an, die euch im Alltag beschäftigen. Manchmal ist das eine Hundebegegnung, manchmal die Begrüßung von Besuch. Und manchmal stellen wir fest, dass das eigentliche Problem ganz woanders liegt.

Denn gutes Hundetraining bedeutet für mich nicht, dass ein Hund auf Kommando perfekt „Sitz“ macht. Es bedeutet, dass ihr euren Alltag entspannter meistert. Dass ihr euch gegenseitig versteht und aufeinander verlassen könnt. Und genau deshalb findet mein Training nicht hinter einem Zaun statt. Sondern dort, wo ihr jeden Tag gemeinsam unterwegs seid.

Verhalten verstehen statt nur verändern

Oft geht es eben nicht nur um die Hundebegegnung oder das Ziehen an der Leine. Vielleicht spielt der Alltag eine Rolle. Vielleicht fehlt Orientierung, Ruhe oder Vorhersehbarkeit. Vielleicht sind es kleine Routinen, die sich über die Zeit eingeschlichen haben und das Verhalten unbewusst beeinflussen.

Mir ist wichtig, das große Ganze im Blick zu behalten. Denn wer seinen Hund versteht, trifft im Alltag andere Entscheidungen – und genau dort entsteht langfristige Veränderung.


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