KRAWALLKRALLEN BLOG

don’t compare – be unique //

photocredits: Jasmin Ziegler

Warum dein Hund kein Vergleichsprojekt ist

Kennst du diese Momente, in denen du denkst: „Warum kann mein Hund das eigentlich nicht?“
Während irgendwo im Internet ein geschniegelt sitzender Vorzeigehund ohne Leine durch die Gegend schwebt, auf ein Fingerschnippen reagiert und vermutlich nebenbei noch die Steuererklärung macht.

Und daneben steht dein Hund. Mit einem halben Stock im Maul, drei eigenen Ideen im Kopf und der festen Überzeugung, dass „Komm her“ ein optionaler Vorschlag ist. Willkommen in der Realität!

Die Illusion vom perfekten Hund

Social Media hat ein echtes Talent dafür, uns glauben zu lassen, dass andere Hunde irgendwie… besser sind. Braver, schneller, konzentrierter. Einfach mehr „im Griff“. Was man dabei gern vergisst: Man sieht nur Ausschnitte. Perfekt gewählte Momente. Gut trainierte Situationen. Und manchmal auch einfach Hunde, die von Natur aus anders ticken. Denn Spoiler: Hunde sind keine Einheitsmodelle!

Vom Streber bis zum Chaos-Team

Es gibt Hunde, die stehen gefühlt morgens auf und denken sich: „Wie kann ich heute alles richtig machen?“
Und dann gibt es die anderen. Die mit ordentlich Wumms im Kopf. Die, bei denen jede Trainingseinheit eher nach kreativer Improvisation als nach Plan aussieht.

Manche lernen schnell. Manche gründlich. Manche gar nicht – oder zumindest nicht heute. Manche lieben Action. Andere finden das Sofa deutlich überzeugender als jede Form von Beschäftigung draußen. Und all das ist völlig normal!

Vergleichen bringt nichts (außer schlechte Laune)

Das Problem mit dem Vergleichen ist: Es macht deinen Hund nicht besser. Dich auch nicht. Es sorgt höchstens dafür, dass man anfängt, an sich oder am eigenen Hund zu zweifeln. Dabei arbeitet ihr einfach nur mit anderen Voraussetzungen. Dein Hund ist nicht schlechter, nur weil er anders ist. Er ist dein Hund! Mit seinem eigenen Tempo, seinen eigenen Stärken und ja, auch seinen ganz eigenen Spezialeffekten!

Training ist kein Baukastensystem

Und genau deshalb funktioniert auch nicht jedes Training für jeden Hund. Was bei dem einen super klappt, sorgt beim nächsten für komplettes Chaos im Kopf. Nicht, weil der Hund schwierig ist, sondern weil das Training vielleicht einfach nicht zu ihm passt. Gutes Hundetraining schaut deshalb nicht danach, was gerade angesagt ist oder bei anderen funktioniert. Sondern danach, was der eigene Hund braucht.

Fazit: Weniger vergleichen, mehr verstehen

Am Ende geht es nicht darum, dass dein Hund so wird wie ein anderer. Sondern darum, dass ihr zusammen euren Weg findet. Ohne Druck. Ohne ständiges „der andere kann aber schon…“. Dafür mit mehr Verständnis, ein bisschen Humor und der Erkenntnis, dass ein Hund mit Chaos im Kopf manchmal einfach mehr Persönlichkeit hat als jeder Streber!


no more algorithms, just dogs //

R.I.P. @krawallkrallen

…warum ich kein Insta mehr habe:

Krawallkrallen gibt’s nicht mehr auf Insta – aber nicht, weil es nicht funktioniert hat, sondern weil es mir irgendwann einfach zu blöd wurde.

Der ganze Shizzle mit dem Algorithmus: posten, sichtbar bleiben, bitte regelmäßig, bitte am besten täglich, bitte immer unterhaltsam genug, damit auch ja jemand stehen bleibt. Und wenn man das nicht macht? Dann war’s das mit der Reichweite. Ganz egal, ob man sich Mühe gibt, gute Inhalte schreibt oder wirklich sinnvolle Dinge zeigt. Und genau da bin ich irgendwann ausgestiegen.

Wenn Reichweite wichtiger wird als Inhalt

Ich hatte keine Lust mehr, mich diesem irren System anzupassen. Keine Lust, ständig zu überlegen, was gut „funktioniert“, statt was wirklich gut ist! Keine Lust, mich im Zweifel zum Affen zu machen, nur damit ein paar mehr Leute draufklicken. Ich bin Hundetrainerin, ich arbeite mit echten Hunden, nicht mit einem Algorithmus, der heute mal dies und morgen mal das gut findet.

Was mich zusätzlich nervt: diese merkwürdige Gleichung „viele Likes = guter Inhalt“. Als ob Qualität plötzlich messbar wäre in Herzchen und Views. Außerdem werden Tipps rausgehauen, die vielleicht bei genau einem Hund funktionieren – und plötzlich klingt es, als wäre das die Lösung für alle. Ohne Kontext, ohne Einordnung, schön kurz und knackig, damit es in ein Video passt. Sieht gut aus, bringt Reichweite, kann aber im Zweifel ziemlich nach hinten losgehen.

Das betrifft nicht nur Instagram, sondern genauso TikTok und YouTube. Hauptsache schnell, einfach, klickbar. Aber gutes Training ist halt weder schnell noch einfach. Und schon gar nicht pauschal.

„Ich geh nur kurz online…“ – berühmte letzte Worte

Und dann ist da noch dieser ganz banale Punkt: Zeit. Instagram frisst sie. Heimlich, still und leise. Man will nur kurz was posten – und zack, ist man wieder viel länger drin als geplant. Zeit, die mir ehrlich gesagt anderswo deutlich besser gefällt. Zum Beispiel auf meinem Blog: Da kann ich schreiben, wie ich will und was ich will. Dinge erklären, ohne sie in 30 Sekunden pressen zu müssen. Ohne Trends, ohne Druck, ohne dieses ständige Gefühl, mithalten zu müssen. Finde ich irgendwie ehrlicher.

Fazit: Weniger Algorithmus, mehr Hund

Unterm Strich war das also keine dramatische „Ich verlasse Instagram“-Entscheidung. Eher so ein: Ich hab Besseres zu tun. Zum Beispiel Hunde! Und ganz ehrlich? Die finden mich ohne Handy in der Hand auch deutlich angenehmer.


speak dog, use space //

photocredits: Jasmin Ziegler

Räumliches Denken: der Turbo für eure Kommunikation

Unsere Hunde sind wahre Raumkünstler: Sie lesen die Welt zu einem großen Teil über Bewegungen, Abstände und Positionen. Genau dort können wir mit ihnen in eine klare, faire und super verständliche Kommunikation einsteigen. Und zwar ohne viele Worte und Kommandos – einfach, indem wir ihren natürlichen Raumwortschatz nutzen.

Warum räumliches Arbeiten so wichtig ist

Viele Herausforderungen im Alltag entstehen, weil Hund und Mensch aneinander vorbeikommunizieren. Wenn wir anfangen räumlich zu führen, schaffen wir eine Art instinktives Vertrauen und der Hund fühlt sich gesehen, verstanden und sicher, weil wir plötzlich in einer Sprache sprechen, die er fließend beherrscht.

Hündisch sprechen – ohne Worte aber mit großer Wirkung

Räumliches Arbeiten bedeutet nicht, den Hund „rumzuschieben“, sondern mit Position, Präsenz, Körpersprache und Bewegung Grenzen, Ruhe und Orientierung zu vermitteln. Hunde klären untereinander permanent solche Dinge: „Bleib da“, „Geh weg“, „Der Liegeplatz gehört gerade mir“ usw. Wenn wir das auf Menschen und Hunde übertragen, passiert etwas Magisches:

  • Der Hund kann uns viel leichter folgen.
  • Er muss nicht dauernd selbst Entscheidungen treffen.
  • Und er merkt: „Ah, mein Mensch hat einen Plan. Läuft!“

Wir zeigen dem Hund also auf charmante Art, dass wir die Route planen und er die Reise genießen darf. Ein kurzes, körpersprachliches „Bitte einmal raus aus der Küche“ während du Futter zubereitest, wirkt schon Wunder. Kein Schimpfen – einfach klare, leise Raumführung. Nimmt der Hund sich hier zurück, tun wir dasselbe. Ist das Futter fertig, laden wir ihn wieder in unseren Raum ein.

Warum das alles so gut funktioniert

Räumliches Arbeiten ist super fair. Kein Druck, kein Gebrüll, kein „Dominanzgehampel“.
Es ist pure, hundgerecht verpackte Orientierung. Viele Hunde zeigen mit der Zeit weniger Hibbeligkeit, weniger Kontrollverhalten, mehr Gelassenheit und mehr Bereitschaft mit dem Menschen zusammenzuarbeiten.

Kleine Übungen, große Wirkung

Wenn du deinen Hund also zum Beispiel konsequent immer wieder körpersprachlich aus der Küche schickst, passiert nach einiger Zeit etwas Spannendes: Der Hund beginnt, das Muster zu verallgemeinern. Das heißt er erkennt: „Die Küche ist nicht mein Zuständigkeitsbereich“ und betritt sie mit der Zeit einfach nicht mehr. Das nennt man Generalisierung: Ein Verhalten wird nicht nur verstanden, sondern automatisch abrufbar, weil es im Hundehirn sauber verankert ist.


teenage dirtbag //

photocredits: Jasmin Ziegler

Wenn dein Junghund plötzlich rebelliert..

Dein Welpe war bis gestern ein Vorzeigeschüler: folgsam, aufmerksam und einfach putzig. Aber plötzlich geht nix mehr!? Kommandos sind optional, der Rückruf haut überhaupt nicht mehr hin, und die Emotionen kochen über…Willkommen in der Pubertät! Nur keine Sorge: Das Chaos hat System! Im Kopf deines Hundes wird nämlich gerade kräftig umgebaut! Und was da genau passiert, erkläre ich dir kurz:

Die Amygdala – oder auch ‚Drama-Queen‘ des Gehirns

Die Amygdala ist das Zentrum für emotionale Bewertung. Während der Adoleszenz wächst sie und bewertet Situationen neu. Was gestern noch kein Problem war, ist heute plötzlich unheimlich. Ein flatterndes Tuch? Monster! Ein Jogger? Eindringling! Das führt zu stärkeren, emotionaleren Reaktionen – der perfekte Nährboden für Angst, Unsicherheit oder auch Aggression.

Großhirnrinde – Achtung, Baustelle!

Die Großhirnrinde, zuständig für planvolles Handeln und gespeicherte Erfahrungen, räumt während der Pubertät auf. Dabei werden viele Synapsen abgebaut, also Verbindungen zwischen Nervenzellen. Das erklärt, warum dein Hund plötzlich Dinge „vergisst“, die er längst konnte. Aber keine Panik: Die wichtigen Verbindungen bauen sich später wieder auf.

Präfrontaler Cortex – der Chef ist im Urlaub

Der präfrontale Cortex, der für bewusste Entscheidungen verantwortlich ist, reift erst später vollständig aus. Während der juvenilen Phase wird er sogar kleiner. Heißt: Die Amygdala (Emotion) hat das Steuer übernommen, während der Chef (Vernunft) auf Bildungsreise ist. Reize kommen rein, Gefühle reagieren sofort, Nachdenken ist optional. Klingt bekannt? Willkommen im Teenager- Hirn deines Hundes.

Cortisol – Stress auf Anschlag!

Der Cortisolspiegel ist in dieser Phase am höchsten. Das bedeutet: Stressreaktionen sind intensiver, die Nerven liegen schneller blank. Ein kleiner Reiz kann reichen, und dein Hund reagiert über. Auch hier: das ist keine Boshaftigkeit, sein Körper ist einfach im Dauer- Alarmmodus.

Dopamin – der Entdeckertrieb auf Hochtouren

Dopamin ist der Botenstoff für Belohnung und Motivation. In der Pubertät verändert sich die Rezeptorendichte und plötzlich wird das Belohnungssystem superempfindlich. Alles, was spannend, neu oder verboten ist, fühlt sich doppelt gut an. Jagen? Buddeln? Den Müll durchsuchen? Mega! Diese selbstbelohnenden Verhaltensweisen sind jetzt extrem attraktiv – und genau deshalb fällt es Hunden in dieser Phase so schwer, davon abzulassen.

Fazit – gebt euren Hunden bitte Zeit!

Dein Hund ist in dieser Phase kein Sturkopf, sondern mitten im Umbau seiner Steuerzentrale.
Die Amygdala macht Drama, der Cortex macht Urlaub und Dopamin sorgt für Entdeckerfreude. Was du jetzt brauchst: Geduld, klare Strukturen und ein bisschen Humor. Bleib ruhig, biete Sicherheit und sorge für kleine Erfolgserlebnisse! Manchmal macht es Sinn, nicht direkt an neu aufkommenden Problemen zu arbeiten, sondern sie einfach mal zu umgehen! Die Pubertät ist keine Katastrophe, sie ist Training fürs Leben!


less is more //

photocredits: Jasmin Ziegler

Was dein Welpe in den ersten Wochen wirklich braucht:

Die ersten Wochen mit einem Welpen sind meistens aufregend und chaotisch. Als frischgebackener Welpenbesitzer will man natürlich alles richtig machen: Der/ die Kleine soll schnell alles kennenlernen, viele neue Hunde treffen, also möglichst „gut sozialisiert“ werden, und klar: die Oma, alle Nachbarn und der Postbote müssen unbedingt sofort mal streicheln.

Aber halt – bitte kurz durchatmen…denn: Weniger ist am Anfang wirklich mehr!

1. Zu viel Action killt die Bindung
Sozialisierung heißt nicht, dass dein Welpe in den ersten Tagen alle Hunde der Nachbarschaft abklappern oder jede Alltagssituation live erleben muss. Im Gegenteil: Das ist purer Stress und eher kontraproduktiv! Dein Welpe muss erstmal ankommen. Er hat gerade seine Mama, Geschwister und sein gewohntes Umfeld verloren – du bist jetzt sein neues Rudel und seine Sicherheit!

Spazierengehen ist in der ersten Zeit noch nicht wichtig, viel besser: schaut euch neue Dinge lieber erstmal mit Abstand und in ruhigem Rahmen gemeinsam an: ein Bus, ein Radfahrer, ein anderer Hund – alles kein Problem, solange dein Welpe das Ganze in Ruhe und gerne in Sicherheit auf deinem Arm beobachten darf. Kein Zwang, kein „Na los, geh hin!“ Einfach gemeinsam schauen und das Gefühl vermitteln: Alles easy, Kleiner.

2. Hands off, Hooman!
Ich weiß, die sind süß und man muss sie die ganze Zeit anglotzen. Aber: Dauerhafte Aufmerksamkeit, ständiges Ansprechen, Hochnehmen oder Antatschen kann schnell überfordern. Ein Welpe braucht Struktur, Pausen und Rückzug. Wer den ganzen Tag „on fire“ ist, überdreht irgendwann.

3. Denk lieber präventiv als reaktiv
Viele Probleme entstehen, weil man zu spät reagiert. „Ach, das wird schon“ ist selten ein guter Trainingsplan. Überleg lieber vorher: Was kann ich vermeiden, bevor es passiert? Zum Beispiel: Türen sichern, Teppiche wegräumen, klare Pausen schaffen, Bögen um freilaufende Hunde machen etc. Je ruhiger und durchdachter du die ersten Wochen gestaltest, desto entspannter wird euer Alltag.

4. Recharge mode: ON!
Welpen schlafen bis zu 22 Stunden am Tag, und das ist keine Zeitverschwendung! Im Schlaf verarbeitet der kleine Körper alles Neue: Erlebnisse, Eindrücke, Emotionen. Wer nicht genug schläft, wird schnell unausgeglichen (und gerne auch mal frech!). Mach es deinem Welpen leicht, indem du einen geeigneten Rückzugsort und feste Pausen einrichtest.


place matters //

photocredits: Jasmin Ziegler

Deckentraining – und warum es ein echter Gamechanger ist:

Hand aufs Herz: Wer sich einen Welpen ins Haus holt, denkt zuerst an Dinge wie Stubenreinheit und Grundkommandos wie „Sitz“, aber sicher nicht an Deckentraining. Dabei ist genau das eine der besten Grundlagen, die man gleich von Anfang an aufbauen kann. Denn: Eine Decke ist nicht einfach nur ein Stück Stoff – sie wird zum Ruheort, Sicherheitsanker und Alltagshelfer.

Warum ich es jedem Welpenbesitzer ans Herz lege:

  1. Chill-Modus auf Knopfdruck
    Viele Welpen wissen noch nicht, wie man runterfährt. Eine gut auftrainierte Decke ist wie ein „Ruhe-Button“, ein „Safe Space“: Hier kann der Hund entspannen, egal was gerade los ist.
  2. Ein fester Platz im Chaos
    Ob Besuch, Essenszeit oder tobende Kinder – die Decke gibt Struktur und Orientierung. Der Hund lernt: Hier gehöre ich hin.
  3. Bye bye Nervverhalten
    Hunde, die ihre Decke lieben und gelernt haben dort zu bleiben, betteln weniger am Tisch und wuseln nicht ständig zwischen den Füßen herum.
  4. Überall dabei
    Die Decke ist wie das mobile Zuhause des Hundes. Sie macht neue Orte sofort vertrauter.
  5. Impulskontrolle deluxe
    Auf der Decke zu bleiben, auch wenn’s spannend wird, trainiert Geduld und Selbstbeherrschung – Skills, die man im Alltag immer braucht und die ein Hund erst lernen muss!

Fazit: Deckentraining klingt unspektakulär, ist aber eine echte Superpower im Alltag. Es bringt Ruhe in stürmische Welpenzeiten, gibt Struktur und verhindert Stresssituationen. Wer das Training von Anfang an kleinschrittig und konsequent aufbaut, erntet ein Hundeleben lang die Früchte.


look deeper //

photocredits: Jasmin Ziegler

Gutes Hundetraining ist immer ganzheitlich

…denn ein Hund ist so viel mehr als nur ein „Empfänger“ für Kommandos. Natürlich ist es praktisch, wenn ein Hund zuverlässig „Sitz“, „Platz“ oder „Hier“ beherrscht. Doch wer seinen Hund wirklich versteht, weiß: Hunde sind hochsensible Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen, Emotionen und Erfahrungen. Sie bringen ihre eigene Persönlichkeit, Geschichte und Lernweise mit. Ein nachhaltiges Training schaut deshalb nicht allein auf Gehorsam, sondern betrachtet das große Ganze. Dazu gehört:

Gesundheit: Ein Hund kann nur lernen, wenn er körperlich fit ist. Schmerzen oder Erkrankungen wirken sich direkt auf Verhalten und Lernbereitschaft aus.

Ernährung: Die richtige Fütterung beeinflusst Energie, Stimmung und Konzentrationsfähigkeit.

Ruhezeiten: Hunde brauchen viel Schlaf und Erholung, um Eindrücke zu verarbeiten und Stress abzubauen.

Bewegung: Artgerechte Bewegung fördert nicht nur Muskulatur und Ausdauer, sondern auch seelisches Gleichgewicht.

Mentale Auslastung: Nasenarbeit, Tricks oder Suchspiele sorgen für Zufriedenheit.

Tagesabläufe: Struktur und Routinen geben Sicherheit und Orientierung.

Beziehung zum Menschen: Vertrauen, Kommunikation und gegenseitiges Verständnis bilden die Basis für jede Form des Zusammenlebens.

Ganzheitliches Training bedeutet also, nicht nur am Verhalten des Hundes zu arbeiten, sondern sein gesamtes Wohlbefinden in den Mittelpunkt zu stellen. So entsteht eine echte Partnerschaft, in der beide Seiten wachsen können – und in der aus Kommandos echte Kommunikation wird.


more trust, please //

photocredits: Jasmin Ziegler

Warum Vorhersehbarkeit für Hunde so wichtig ist

Es gibt Hunde, die wirken nach außen wie kleine Abenteurer: Immer bereit, immer wach, immer irgendwo mittendrin. Und dann gibt es den Moment, in dem man merkt: Eigentlich finden die das alles gar nicht so cool, wie es aussieht. Denn während wir Menschen Abwechslung oft feiern, sind viele Hunde große Fans von Vorhersehbarkeit. Klingt erstmal unspektakulär, ist aber ziemlich entscheidend.

Struktur ist kein Spaßkiller

Für uns wirkt ein strukturierter Alltag manchmal langweilig. Für Hunde ist er aber mega wichtig! Wenn Dinge vorhersehbar sind, muss dein Hund nicht ständig überlegen: Was passiert jetzt? Was wird von mir erwartet? Muss ich reagieren? Er weiß es einfach. Und genau das sorgt für Sicherheit. Der Kopf wird ruhiger, weil nicht permanent alles neu eingeordnet werden muss. Dein Hund kann sich orientieren: an dir und an dem, was er kennt. Oder anders gesagt: Er darf „abgeben“.

Zu viele Entscheidungen? Bitte nicht.

Wir unterschätzen oft, wie stressig es für Hunde ist, ständig selbst entscheiden zu dürfen. Klar, ein bisschen Mitbestimmung ist völlig okay. Aber wenn ein Hund dauernd selbst klären muss, wie er auf Situationen reagiert, wann er was macht, wo er hingeht oder wie er mit Reizen umgeht, wird’s schnell anstrengend. Das ist dann nicht Freiheit, sondern Überforderung. Ein klarer Rahmen nimmt Druck raus. Dein Hund muss nicht alles regeln. Er darf sich darauf verlassen, dass du das übernimmst. Und ja, das finden die meisten ziemlich gut!

Erst die Bedürfnisse, dann der Rest

Was dabei oft vergessen wird: Struktur allein bringt nichts, wenn die Basics nicht stimmen.Und damit sind nicht nur die Spaziergänge gemeint, sondern ganz simpel: Essen, trinken, schlafen und sich lösen können. Dinge, die für uns selbstverständlich wirken, sind für deinen Hund existenziell. Und vor allem: Er ist darauf angewiesen, dass du sie im Blick hast. Wenn ein Hund merkt, dass sich zuverlässig um genau diese Grundbedürfnisse gekümmert wird, passiert etwas Tolles: Er wird sich entspannen. Weil er sich nicht selbst darum kümmern muss – weil er sich darauf verlassen kann, dass du das regelst. Und daraus entsteht Sicherheit.

Ankündigungen statt Überrumpelung

Noch ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Kommunikation. Wenn du Dinge ankündigst – sei es das Anleinen, Richtungswechsel, Training oder auch einfach das Ende einer Situation – gibst du deinem Hund die Chance, sich darauf einzustellen. Das macht wirklich einen riesigen Unterschied! Denn plötzlich passiert nichts mehr einfach „über ihn drüber“. Es wird berechenbar. Verständlich. Fair. Und genau so entsteht Vertrauen.

Wiederholung ist nicht langweilig – sondern hilfreich

Viele Hunde lieben Rituale. Der gleiche Ablauf beim Spaziergang. Bestimmte Zeiten für Futter, Ruhe, Aktivität. Kleine Routinen, die sich immer wiederholen. Das heißt nicht, dass dein Alltag militärisch durchgetaktet sein muss. Aber ein gewisser roter Faden hilft enorm. Weil dein Hund sich daran orientieren kann, weil er weiß, wann er dran ist und wann nicht. Und weil er nicht ständig im Unklaren hängt.

Fazit: Klarheit schlägt Chaos

Am Ende geht es nicht darum, deinen Hund in ein starres System zu pressen. Sondern darum, ihm einen Rahmen zu geben, in dem er sich sicher fühlt. In dem er nicht alles selbst regeln muss. In dem er versteht, was passiert. Ein bisschen weniger „mal schauen, was wir heute machen“ und ein bisschen mehr „ich hab das im Griff“. Ein Hund, der weiß woran er ist, ist meistens deutlich entspannter als einer, der ständig raten muss.


energy transfer //

photocredits: Jasmin Ziegler

Verbunden bleiben – auch wenn es laut wird

Kennst du auch Situationen, in denen dein Hund plötzlich auf Durchzug schaltet? Alles um ihn herum ist zu viel – Stimmen, andere Hunde, neue Gerüche, fremde Geräusche.

Älva hat eine niedrige Reizschwelle, und wenn draußen viel los ist und ich innerlich unruhig bin, verliere ich sie komplett. Sie ist dann nicht mehr erreichbar, einfach raus aus der Verbindung.

Und doch zeigt sie mir damit etwas ganz Wichtiges: Unsere Hunde nehmen so viel mehr wahr, als wir denken. Sie lesen nicht nur die Umgebung, sondern auch uns: unsere Stimmung, unsere Atmung, unsere Körperspannung. Ihre Antennen sind so fein eingestellt, dass selbst kleine Veränderungen in unserer Energie sofort bei ihnen ankommen.

Hunde spiegeln unsere innere Verfassung. Wenn wir gestresst, hektisch oder ungeduldig sind, übertragen wir das direkt auf sie. Umgekehrt können Ruhe, Gelassenheit und Klarheit unser größtes Geschenk an sie sein: ein Anker in einer lauten und manchmal überfordernden Welt.

Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn wir zuerst bei uns selbst hinschauen. Im Gegenteil: Es ist der erste Schritt zu echter Verbindung. Denn innere Ruhe bedeutet nicht, dass draußen alles perfekt still ist – sondern dass wir trotz des Chaos bei uns bleiben. Genau dort entsteht der Raum, in dem unser Hund uns wieder finden kann.

Wie du in solchen Situationen die Verbindung wieder stärken kannst:

  • Atme zuerst: Bevor du reagierst, nimm selbst einen tiefen Atemzug. Dein Hund spürt, wenn du dich sammelst, und das wirkt oft schon besser als jedes Kommando.
  • Blickkontakt statt Lautstärke: Such seinen Blick, bevor du etwas sagst. Ein ruhiger Augenkontakt schafft Orientierung und Sicherheit.
  • Langsamer werden: Reduziere dein Tempo, bewege dich bewusst. Je ruhiger du wirst, desto leichter findet dein Hund zu dir zurück.
  • Berührung als Anker: Eine sanfte Hand auf der Schulter oder an der Brust kann mehr Verbindung schaffen als Worte – wenn sie aus der Ruhe kommt.
  • Gemeinsames Stehenbleiben: Anhalten, durchatmen, die Umgebung gemeinsam wahrnehmen – kein Training, einfach nur Sein und Beobachten!
  • Reize dosieren: Geh bewusst an Orte, wo ihr beide durchatmen könnt. Weniger Ablenkung, mehr Verbindung.
  • Sprich leise, fühle laut: Dein Hund spürt deine Haltung, nicht deine Lautstärke. Sag weniger, sei mehr.

the real bond //

photocredits: Jasmin Ziegler

Warum Konflikte Teil einer gesunden Mensch-Hund-Beziehung sind

Viele Trainingsansätze vermitteln unterschwellig: Wenn wir nur freundlich genug sind, ausreichend belohnen und Konflikte vermeiden, entsteht automatisch Harmonie. Doch Beziehung ist kein konfliktfreier Raum. Sie ist ein regulierender Raum.

Der Irrtum der permanenten Harmonie

Leckerlis, Markertraining und positive Verstärkung sind wertvolle Werkzeuge. Sie fördern Motivation, Kooperation und Lernbereitschaft. Problematisch wird es, wenn sie zur dauerhaften Konfliktvermeidung genutzt werden. Wenn wir:

  • jedes unerwünschte Verhalten sofort umlenken
  • jede Spannung beschwichtigen
  • jede Grenze „verhandeln“
  • jede Frustration sofort auflösen

dann verhindern wir einen wichtigen Lernprozess: Hunde müssen, wie wir, eineFrustrationstoleranz entwickeln. Sie müssen erleben, dass Spannung aushaltbar ist. Dass nicht jede Emotion sofort reguliert wird.
Und dass Führung auch bedeutet: Entscheidungen werden getroffen – nicht diskutiert.

Warum Reibung Entwicklung ermöglicht

Konflikte sind kein Beziehungsbruch. Sie sind Entwicklungsmomente. In der Lerntheorie sprechen wir von Impulskontrolle, Reizverarbeitung und Selbstregulation. Diese Fähigkeiten entstehen nicht durch permanente Ablenkung, sondern durch begleitete Auseinandersetzung.

Ein Hund lernt Stabilität nicht, weil wir jeden Reiz „wegtrainieren“, sondern weil wir ihn durch Spannung hindurch sicher führen:

Konsequenz statt Chaos.
Klarheit statt Vermeidung.
Verbindlichkeit statt ständigem Verhandeln.

Das bedeutet nicht Härte. Es bedeutet Vorhersehbarkeit. Und Vorhersehbarkeit schafft Sicherheit.

Führung heißt Verantwortung übernehmen

Grenzen setzen ist keine Machtdemonstration. Es ist Struktur! Wenn wir in herausfordernden Momenten präsent bleiben, nicht hektisch werden, nicht nachgeben, sondern ruhig und bestimmt eine Entscheidung treffen, erlebt der Hund:

  • Orientierung
  • emotionale Stabilität
  • verlässliche Führung

Emotionen begleiten. Verantwortung übernehmen. Konsequenz zeigen. Das ist Co-Regulation auf Beziehungsebene.


social stress ≠ social skills //

photocredits: Jasmin Ziegler

Was bedeutet eigentlich Sozialisierung?

Hunde brauchen nicht 100 Hundekontakte! Auch nicht im Welpenalter. Vor allem nicht in sogenannten „Spielgruppen“, in denen womöglich acht fremde Junghunde gleichzeitig aufeinanderrennen, sich überrennen, raufen, ausrasten – während die Menschen am Rand stehen und denken: „Das ist gut für die Sozialisation.“ Ist es nicht. Und Spass für den Hund ist das meistens auch nicht.

Sozialisierung heißt nicht, dass Hunde jeden anderen Hund toll finden und begrüßen müssen. Sozialisierung heißt: Die Welt kennenlernen – sicher, in kleinen Dosen, mit Struktur und Verlässlichkeit, und gerne auf Distanz. Und: Den eigenen Menschen als wichtigste Bezugsperson verstehen. Aber was passiert stattdessen? Der Hund lernt: „Andere Hunde = aufregend. Andere Hunde = wichtiger als du.“ Und das tragen viele ein Leben lang mit sich rum. Dann wundert man sich, warum der Hund draußen nicht mehr ansprechbar ist, bei jedem Hund in die Leine springt, fiept, fixiert, bellt und sich nicht regulieren kann.

Kein Wunder! Er hat gelernt, dass sein ganzes soziales Leben sich um andere Hunde dreht. Nicht um dich. Dabei bist du das Rudel. Du solltest Sicherheit geben. Klarheit. Orientierung.

Ein, zwei stabile Hundekontakte reichen völlig – mehr braucht kein Hund, um sozial zu sein. Was sie aber alle brauchen: einen Menschen, der Verantwortung übernimmt und Grenzen setzt. Und das bringt uns zum Thema Leinenkontakt: Leinenkontakt ist keine höfliche Begrüßung, sondern ein sozialer Zwang! Zwei Hunde an der Leine, keine Ausweichmöglichkeiten, keine Distanz, keine natürliche Kommunikation – dafür Spannung auf der Leine und Menschen, die versuchen „locker zu bleiben“, während der Hund längst im Stress ist!

Leinenkontakt ist der schnellste Weg in Konflikte.

Und trotzdem begegnet man draußen ständig Leuten, die denken: „Ach, die wollen doch nur mal Hallo sagen.“ Nein! Wollen sie nicht immer. Und selbst wenn: Es ist nicht deine Entscheidung. Deshalb noch einmal, ganz klar: Siehst du einen angeleinten Hund, leine deinen bitte auch an. Und zwar frühzeitig – nicht erst, wenn ihr euch fast auf die Füße tretet. Vielleicht ist der andere Hund alt, krank, im Training, unsicher oder einfach nicht in Stimmung. Rücksicht ist keine Raketenwissenschaft!

Was unsere Hunde brauchen, ist keine permanente Reizüberflutung durch andere Hunde. Sondern das sichere Gefühl: „Mein Mensch regelt das.“


built for real life //

photocredits: Jasmin Ziegler

Warum Konditionierungen im Alltag helfen (können)

Manche Übungen im Training wirken vielleicht künstlich, aber genau diese kleinen Konditionierungen können uns im Alltag helfen. Sie geben dem Hund klare Signale, reduzieren Stress und machen Situationen berechenbarer. Richtig aufgebaut schaffen sie Orientierung und Sicherheit – und Sicherheit ist die Grundlage für alltagstaugliches Verhalten.

Gleichzeitig gilt: Konditionierungen sind Werkzeuge, keine Dauerlösung. Der Alltag ist kein permanenter Trainingsparcours!

Wozu das „Einparken“ sinnvoll ist

Das sogenannte Einparken ist mehr als nur eine nette Showeinlage: Es schafft Struktur, Orientierung und Nähe. Besonders bei unsicheren oder sehr aktiven Hunden kann diese Übung helfen, Fokus zu finden, zur Ruhe zu kommen oder schwierige Situationen besser zu meistern. Der Hund bekommt eine klare Aufgabe – und muss nicht selbst entscheiden, wie er mit einem Reiz umgeht. Wichtig ist jedoch: Einparken ersetzt keine innere Stabilität. Es unterstützt sie.

Warum „Handtouch“ mehr ist als nur ein Trick

Der Handtouch, also das gezielte Berühren der Hand mit der Hundenase, ist eine vielseitige Alltagshilfe. Er schafft Nähe, unterstützt den Rückruf, lenkt in schwierigen Momenten um und gibt Sicherheit, weil der Hund aktiv etwas tun kann. Gerade in Situationen, in denen man sanft umlenken oder aus der Aufregung herausführen möchte, ist der Handtouch ein wertvolles Werkzeug.

Aber auch hier gilt:
Wenn wir beginnen, jeden Blickkontakt einzufangen, ständig zu locken oder jeden Reiz aktiv umzubauen, entsteht schnell eine künstliche Trainingssituation. Der Hund lernt dann womöglich nicht, Reize auszuhalten – sondern nur, auf das nächste Signal zu warten.

Built for real life

Ein Hund, der im Alltag bestehen soll, braucht mehr als konditionierte Abläufe:
Er braucht Regulation. Klare Struktur im Raum. Verlässliche Führung. Und die Erfahrung, dass nicht jede Situation aktiv bearbeitet werden muss.

Konditionierungen können helfen, wenn sie gezielt eingesetzt werden. Sie sind aber kontraproduktiv, wenn sie zur Dauerstrategie werden.

Manchmal besteht echtes Training darin, gemeinsam geradeaus zu gehen. Ohne Locken. Ohne Umlenken. Ohne Dauerkommentar. Built for real life bedeutet: Werkzeuge nutzen, wenn sie sinnvoll sind – aber den Alltag nicht künstlich kompliziert machen!


few, safe, right //

photocredits: Jasmin Ziegler

Warum ich keine Welpenspielgruppen anbiete – und was ich stattdessen empfehle:

In der heutigen Hundewelt wird oft davon ausgegangen, dass Welpen möglichst viele Hundekontakte brauchen, um gut sozialisiert zu werden. Das klingt auf den ersten Blick sinnvoll, in der Praxis zeigt sich jedoch häufig das Gegenteil:

Viele Welpenspielgruppen sind problematisch…

  • Überforderung statt Lernen: Zu viele Welpen auf engem Raum bedeuten oft Stress statt Spaß. Kommunikation wird in dem Fall nicht gelernt, sondern verlernt.
  • Keine Regulation: Gleichaltrige Welpen können sich gegenseitig kaum Grenzen setzen. Es fehlt der soziale Korrekturmechanismus durch erfahrene Hunde.
  • Mensch wird nebensächlich: Wer lernt, dass andere Hunde wichtiger sind als der Mensch, wird später draußen schwer ansprechbar sein.

Was Welpen wirklich brauchen:

  • Ausgewählte Kontakte zu souveränen, erwachsenen Hunden, die freundlich und ruhig kommunizieren und dem Welpen zeigen, wie Hundeverhalten funktioniert.
  • Einen Menschen, der als sicherer Sozialpartner vorangeht, Orientierung gibt, Vertrauen aufbaut und gemeinsam mit dem Hund die Welt entdeckt – in den ersten Wochen reicht Lernen durch Beobachten im sicheren Beisein des Besitzers völlig aus!
  • Gezielte Erfahrungen statt Reizüberflutung: bewusst gewählte Begegnungen, mit denen der Welpe in Ruhe wachsen darf. Weniger ist mehr: Ein sicherer Kontakt ist wertvoller als fünf unklare. Gute Sozialisierung basiert nicht auf Quantität, sondern auf Qualität.

Wenn Welpengruppen gut geführt werden, können sie ebenfalls sinnvoll sein – unter bestimmten Bedingungen:

  • Kleine, feste Gruppen von 4 bis 6 Welpen, damit genug Zeit für Fragen bleibt und der Überblick für die Trainer:innen gegeben ist.
  • evtl. kurze Spielzeiten (max 2 Welpen in der Interaktion) nach Größe, Alter, Rasse, Spielverhalten oder Entwicklungsstand, um Überforderung zu vermeiden.
  • Einbezug der Halter:innen: Vermittlung von Fachwissen, Beobachtung von Körpersprache und Anleitung im Umgang mit dem Welpen.
  • Fokus auf Förderung von Ruhe und Entspannung, nicht aufs Welpenspiel!

Mein Ansatz: Ruhig. Individuell. Alltagsnah.

Statt hektischer Gruppenarbeit begleite ich dich und deinen Welpen im Einzeltraining. Hier steht die Bindung im Mittelpunkt, nicht die Reizüberflutung. Du lernst, wie du deinem Welpen echte Sicherheit gibst – durch Beziehung, Führung und durchdachte Sozialkontakte. Denn ein souveräner Hund braucht keine Hundemeute, sondern einen Menschen, auf den er sich verlassen kann!


body talks //

photocredits: Jasmin Ziegler

Dein Körper spricht zuerst

Körpersprache ist die Sprache, die Hunde am besten verstehen. Schon bevor wir ein Wort sagen, haben sie längst registriert, wie wir stehen, wohin wir schauen oder welche Stimmung wir ausstrahlen. Für Hunde sind Haltung, Blicke und Bewegungen oft eindeutiger und glaubwürdiger als jedes gesprochene Kommando.

Der Schlüssel: Bewusst wahrnehmen und einsetzen

Wer lernt, seine eigene Körpersprache gezielt einzusetzen, eröffnet eine neue Ebene der Verständigung. Hunde spiegeln nicht nur Signale, sondern auch unsere innere Haltung: Unsicherheit, Freude oder Anspannung – all das lesen sie in Sekunden.

Klare Signale schaffen Sicherheit

Ein aufrechter, ruhiger Stand kann mehr Sicherheit vermitteln als tausend Worte. Eine kleine Handbewegung oder ein gezielter Schritt ersetzt oft ganze Sätze. So wird Training zum echten Dialog: frei von Stress, getragen von Klarheit und Vertrauen.

Von Hunden lernen: Reaktion im richtigen Moment

Hunde reagieren unglaublich schnell auf Veränderungen. Wenn ein Hund sich nach einem Fehlverhalten sofort wieder korrekt verhält, ist der Druck weg – das Gespräch geht weiter, ohne Groll. Genau das sollten auch wir übernehmen: Lob oder Entspannung genauso unmittelbar geben wie eine Korrektur.


my space //

photocredits: Jasmin Ziegler

Abstand, bitte! – Warum Individualdistanz für Hunde so wichtig ist

Die Individualdistanz bei Hunden bezeichnet den persönlichen Raum, den ein Hund braucht, um sich sicher und wohlzufühlen. Wie groß dieser Raum ist, hängt von vielen Faktoren ab: Charakter, Erfahrungen, Tagesform und natürlich der Situation. Manche Hunde haben weniger Problem mit Nähe, andere möchten Fremden, ob Mensch oder Hund, lieber nicht zu nah auf die Pelle rücken.

Gerade in der städtischen Umgebung wird Individualdistanz zum Thema. Enge Gehwege, viele Menschen, Verkehrslärm und ständig Begegnungen auf kurzer Distanz – all das kann für Hunde eine echte Herausforderung sein. Wird ihre Distanz unterschritten, fühlen sie sich schnell bedrängt. Die Folgen können Stress, Unsicherheit oder sogar aggressives Verhalten sein.

Warum Abstand Gold wert ist

  • Mehr Sicherheit: Ein Hund, der genug Raum hat, kann Situationen selbstbestimmt einschätzen und bleibt entspannter.
  • Weniger Stress: Begegnungen mit anderen Hunden laufen ruhiger ab, wenn nicht sofort „Nase an Nase“ Kontakt erzwungen wird.
  • Mehr Vertrauen: Wer die Bedürfnisse seines Hundes respektiert, stärkt die Bindung, der Hund merkt: „Mein Mensch passt auf mich auf.“

Kleine Alltags-Tipps für große Wirkung:

  • Macht Bögen! Geht lieber mal einen Umweg oder wechselt die Straßenseite, wenn es zu eng wird. Eure Walnussbirnen werden es euch danken.
  • Seid der Bodyguard eures Hundes! Nicht jeder Vierbeiner braucht Kontakt zu anderen, manchmal ist Abstand die freundlichste Lösung.
  • Rückzugsorte schaffen. Zuhause wie unterwegs: Ein sicherer Platz (Decke, Körbchen, ruhige Ecke) ist Gold wert, wenn es mal zu viel wird.
  • Überforderung vermeiden. Schritt für Schritt an Situationen heranführen, statt den Hund ins kalte Wasser zu werfen.

patience first, obedience later //

photocredits: Jasmin Ziegler

Erwartungen vs. Realität: Was Hunde wirklich leisten können

Letztens hab ich eine Szene erlebt, die mich ziemlich traurig gemacht hat: Ein älterer Herr band seine Hündin an einem Fallrohr fest – direkt an einer vielbefahrenen Straße, der Bürgersteig voller Menschen, überall Lärm und Hektik. Dann versuchte er, die Hündin in ein Sitz zu bringen, um sich anschließend in der nahegelegenen Dönerbude sein Abendessen zu holen. Doch die Hündin war völlig überfordert: sie wich aus, zeigte Beschwichtigungssignale und konnte sich inmitten all der Reize nicht auf die Aufforderung konzentrieren. Der Mann drängte weiter, versuchte das “Sitz” zu erzwingen. Nach einigem Hin und Her schnappte die Hündin schließlich nach ihm, woraufhin er ihr einen Klaps auf die Nase gab. In diesem Moment konnte ich nicht mehr zusehen und sprach ihn an.

Er erzählte mir, dass die Hündin erst zwei Tage zuvor aus dem Tierheim zu ihm gekommen war. Zwei Tage im neuen Zuhause, und schon sollte sie in einer der stressigsten Situationen mitten in der Stadt verlässlich gehorchen…?! Genau hier liegt das Problem:

Wir können von unseren Hunden nur das erwarten, was wir ihnen vorher kleinschrittig beigebracht haben!

…und zwar in einem Umfeld, in dem sie überhaupt in der Lage sind zu lernen (Reizarm!!!). Ein ‚Sitz‘ ist für uns Menschen eine vermeintlich einfache Übung. Für einen Hund bedeutet es jedoch, seinen Körper zu kontrollieren und gleichzeitig alle Reize der Umgebung auszublenden…und ist somit in einer lauten, vollen Innenstadt oftmals schlicht zu viel. Dazu kommt: Hunde nehmen ihre Umwelt viel intensiver wahr als wir. Geräusche, Gerüche, Bewegungen – all das prasselt ungefiltert auf sie ein. Ist der Stresspegel zu hoch, kann selbst das besttrainierte Tier bekannte Signale nicht mehr zuverlässig ausführen.

Die Lektion aus dieser Beobachtung ist eine einfache, aber sooo wichtig: Verlangt bitte nicht mehr von euren Hunden, als sie in diesem Moment leisten können. Training braucht Zeit, Geduld und kleine Schritte. Und manchmal ist das Beste, was wir tun können, unseren Hund einfach aus einer überfordernden Situation herauszunehmen, anstatt auf Gehorsam zu pochen.

Am Ende ist es unsere Verantwortung, realistisch zu bleiben und unserem Hund die Chance zu geben, in seinem Tempo zu lernen.


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