
photocredits: Jasmin Ziegler
Warum Vertrauen wichtiger ist als Perfektion
Es gibt Momente, in denen ich mit meinen Pferden unterwegs bin, Älva neben uns läuft und ich einfach nur denke: Wie schön ist es eigentlich, sich aufeinander verlassen zu können?
Nicht, weil immer alles perfekt läuft. Nicht, weil nie etwas Unerwartetes passiert. Sondern weil wir gemeinsam gelernt haben, schwierige Situationen zu meistern. Und genau das ist für mich die Essenz von Vertrauen.
Vertrauen entsteht im Alltag
Viele Menschen glauben, Vertrauen sei einfach da – oder eben nicht. Ich sehe das anders.
Vertrauen wächst in den kleinen Momenten. Wenn dein Hund erlebt, dass du ihn sicher durch eine Hundebegegnung führst. Wenn dein Pferd merkt, dass du vorausschauend handelst und ihm keine unnötigen Risiken zumutest. Wenn bekannte Abläufe, klare Signale und ruhige Entscheidungen Orientierung geben.
Dabei spielen auch Konditionierungen eine wichtige Rolle. Ein vertrautes Wort, ein eingeübtes Ritual oder ein Signal, das immer die gleiche Bedeutung hat, können in aufregenden Situationen unglaublich viel Sicherheit vermitteln. Nicht, weil unsere Tiere zu Robotern werden sollen, sondern weil Vorhersehbarkeit entspannt.
Das größte Geschenk ist Verlässlichkeit
Ob Hund oder Pferd: Beide sind darauf angewiesen, dass wir Verantwortung übernehmen. Sie lesen unsere Körpersprache, unsere Stimmung und unsere Entscheidungen oft schneller, als wir selbst.
Für mich bedeutet gutes Training deshalb weit mehr als Sitz, Platz oder Rückruf. Es bedeutet, jeden Tag ein Stück Vertrauen aufzubauen. Durch Konsequenz. Durch Klarheit. Und durch das Versprechen: Ich passe auf dich auf! Denn genau dieses Vertrauen zeigt sich nicht an einem ruhigen Sonntagnachmittag.
Es zeigt sich dann, wenn plötzlich ein Reh aus dem Gebüsch springt, ein Fahrrad um die Ecke schießt oder etwas völlig Unerwartetes passiert – und dein Hund oder dein Pferd trotzdem den Blick zu dir sucht. Vertrauen fällt nicht vom Himmel. Es entsteht auf jedem gemeinsamen Meter, den wir miteinander gehen.