
photocredits: Jasmin Ziegler
Was dein Alltag mit dem Verhalten deines Hundes zu tun hat
Viele Menschen kommen zu mir, weil sie ein ganz bestimmtes Problem mit ihrem Hund haben: Der Hund zieht an der Leine, er reagiert auf andere Hunde, kommt nicht zur Ruhe oder hört draußen nicht zu…und natürlich schauen wir uns genau dieses Verhalten an. Aber meistens dauert es nicht lange, bis wir über etwas ganz anderes sprechen: über den Alltag! Darüber, wie der Tag des Hundes aussieht, wie viel Ruhe er bekommt, wie Spaziergänge gestaltet werden, wie oft Erwartungen an ihn gestellt werden. Wie viel Zeit ihm bleibt, einfach Hund zu sein. Denn Verhalten entsteht selten isoliert!
Verhalten ist immer Teil eines Systems
Ein Hund reagiert nicht einfach so auf andere Hunde. Er ist nicht grundlos ständig aufgeregt. Und er entscheidet sich auch nicht morgens beim Aufstehen, heute besonders anstrengend zu sein. Verhalten hat immer einen Kontext. Deshalb interessieren mich im Training oft die Dinge, die auf den ersten Blick gar nichts mit dem eigentlichen Problem zu tun haben.
Wie sieht der Tagesablauf aus? Wie viel Schlaf bekommt der Hund tatsächlich? Wie viel Action erlebt er jeden Tag? Gibt es ausreichend Möglichkeiten, herunterzufahren? Wie viel Orientierung bekommt er von seinem Menschen? Manchmal sind es genau diese kleinen Stellschrauben, die einen großen Unterschied machen. Nicht, weil es die eine magische Lösung gibt. Sondern weil sich Verhalten aus vielen Puzzleteilen zusammensetzt.
Training findet nicht nur in der Trainingsstunde statt
Natürlich kann klassisches Hundetraining helfen, und manchmal braucht es auch gezielte Übungen. Aber die eigentliche Trainingsstunde findet nicht während meines Coachings statt – sie findet zuhause statt, im ganz normalen Alltag. In den Routinen, die wir schaffen. In den Entscheidungen, die wir treffen. In der Art und Weise, wie wir unseren Hund durch die Welt begleiten.
Der Blick auf das große Ganze
Deshalb schaue ich im Training nie nur auf das Problemverhalten, mich interessiert immer das große Ganze! Denn wenn wir verstehen, warum ein Hund sich verhält, wie er sich verhält, entstehen oft ganz neue Möglichkeiten, ihn sicherer und entspannter durch den Alltag zu führen.