Ich wollte doch nur einen Welpen

photocredits: Jasmin Ziegler

Warum ich Hundetrainerin geworden bin

Wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass ich einmal Hundetrainerin werde, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht. Denn ich wollte doch einfach nur einen Welpen…

Mit meiner ersten Hündin Beba hatte ich unfassbares Glück: sie war ruhig, genügsam und immer an meiner Seite. Ehrlich gesagt hat sie nie einen Hundeplatz gesehen, und ich hatte damals auch nicht besonders viel Ahnung von Hundetraining. Trotzdem lief alles erstaunlich harmonisch. Heute weiß ich: Das lag nicht an meinem Talent, das lag an Beba. Sie war ein Hund, der mir unglaublich viel verziehen hat. Ein echter Anfängerhund, der mich glauben ließ, Hundeerziehung sei eigentlich gar keine große Sache.

Und dann zog Älva ein. Unser Wildschwein auf Speed.

Plötzlich war alles anders

Diese kleine Walnussbirne hatte zu allem eine Meinung, war blitzschnell unterwegs und brachte uns regelmäßig an unsere Grenzen. Auf einmal funktionierten all die Dinge nicht mehr, von denen ich dachte, sie müssten einfach so klappen. Ich musste umdenken, beobachten und vor allem akzeptieren, dass jeder Hund seine ganz eigene Persönlichkeit mitbringt. Es gab Tage, da hätte ich Älva am liebsten gegen einen Goldfisch getauscht!

Aus einem schwierigen Start wurde eine Leidenschaft

Je mehr ich mich mit Verhalten, Lernen und Kommunikation beschäftigte, desto klarer wurde mir: Mich interessiert nicht nur, wie man etwas trainiert. Mich interessiert vor allem, warum ein Hund sich so verhält, wie er sich verhält.

Warum fällt dem einen Hund das Alleinbleiben schwer? Warum rastet der andere bei Hundebegegnungen aus? Warum wirkt ein Welpe manchmal wie ein kleines Duracell-Häschen auf vier Pfoten und kommt einfach nicht zur Ruhe? Mit jeder Antwort wuchs meine Begeisterung für das Thema, und irgendwann auch der Wunsch, dieses Wissen weiterzugeben.

Deshalb gibt es Krawallkrallen

Heute begleite ich Mensch-Hund-Teams so, wie ich es mir damals selbst gewünscht hätte: alltagsnah, individuell und mit Blick auf das große Ganze.

Gerade in der Welpen- und Junghundezeit tauchen oft unzählige Fragen auf. Deshalb gehört für mich auch die Begleitung zwischen den Terminen dazu, zum Beispiel per WhatsApp. Denn manchmal reicht eine kurze Rückmeldung, um Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen und den nächsten Schritt mit einem guten Gefühl zu gehen.

Neben meinem Beruf als Designerin ist das Hundetraining zu einer echten Herzensangelegenheit geworden. Es erfüllt mich jedes Mal aufs Neue, wenn Menschen anfangen, ihren Hund wirklich zu verstehen und merken, dass aus Chaos Schritt für Schritt Vertrauen werden kann.

Wenn ich heute Älva anschaue, bin ich vor allem eines: dankbar. Denn eigentlich wollte ich nur einen Welpen. Bekommen habe ich eine Hündin, die mich auf Umwegen zu meinem Herzensberuf geführt hat. Ohne sie gäbe es Krawallkrallen wahrscheinlich gar nicht.


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